Die Welt vereint in einem Gebet

Wurzeln der Erde ist eine Bewegung, Tradition und Spiritualität der Völker aus der gesamten Welt zu erhalten, Brücken zu bilden, sich auszutauschen und Weisheiten miteinander zu teilen. In der Kiva-Zeremonie verbinden wir uns in Liebe, Ehre und Respekt mit Mutter Erde und allem Leben, das uns umgibt und begeben uns in den Dienst für eine größere Vision der interkulturellen Begegnung und des Friedens.

Die Vision
Diese Form der Zeremonie entstand aus der Vision des Medizinmannes Reymundo Tigre Perez aus Texas heraus, die er vor ca. 50 Jahren beim Sonnentanz erhielt. Er widmete sein Leben der Spiritualität der Urvölker und dem Zusammenkommen der verschiedenen Traditionen und spirituellen Formen aus allen fünf Kontinenten dieser Erde und der Begegnung von Urvölkern und moderner Gesellschaft in aller Welt.
Seine Vision öffnet die Tür zu einem größeren universellen Bewusstsein der Menschheit und der Möglichkeit das geomagnetische Netz der Erde zu stärken, sowie Mutter Erde und allen ihren Wesen Heilung zu schenken. In seiner Vision wurde Tigre gezeigt, dass Mutter Erde uns braucht und uns auffordert zusammen zu arbeiten und gemeinsam zu beten.

Die Kiva – die Erde
Die Kiva – ein runder Raum – gegraben in den Schoß von Mutter Erde – zum Himmel geöffnet, mit fünf Altären – für die vier Himmelsrichtungen und das Feuer im Zentrum, dient als Zeremonieplatz. In der Kiva beten Hüter alten und wieder gefundenen Wissens, Älteste der Völker dieser Erde und aller Kontinente, Schamanen und Vermittler zwischen den Welten, jeweils in ihrer Tradition und doch gemeinsam und senden damit eine kraftvolle Energie in die Welt.
Drei Elemente sind in der Kiva verkörpert:
Die runde sakrale Form der Kiva, um die Gebete zu sammeln und zu verstärken.
Die Ältesten, welche ihre Herzensgebete darbringen, ein jeder in seiner eigenen Tradition und Art und Weise.
Das Feuer, welches die Gebete konzentriert und transportiert.

Am ersten Tag wird die Kiva, der heilige Raum geöffnet, um Allen die Gelegenheit zu geben die Kiva zu betreten und Medizingegenstände, die sie segnen lassen wollen (Talismane, Kerzen, kleine Wasserflaschen, Schmuck, Fotos von Familien-Angehörigen) auf den Westaltar zu legen. Diese Gegenstände verbleiben die vier Tage in der Kiva, um sich mit der Energie der Gebete aufzuladen. Anschließend wird die Kiva nur noch von den Ältesten und den Feuerhütern betreten. Zweimal täglich findet nun eine Kiva-Zeremonie statt, in der die Ältesten ihre Gebete, ihre Herzensenergie, ihre Tänze und Lieder und ihre ganz eigene Art der Tradition in die Kiva bringen.

Über drei Tage sammelt und speichert das Feuer die Energien. Die Teilnehmer umringen die Kiva und unterstützen mit ihrer Präsenz und Aufmerksamkeit. Alle Energie zentriert sich im Feuer in der Kiva.
In der Nacht zum vierten Tag steigt die Energie in den Himmel und die geistige Welt auf. Mit den Regentropfen verteilt sich der Segen über das Land und in der Welt.
Am vierten und letzten Tag danken die Ältesten allen helfenden Wesen, vollenden die Zeremonie und trennen ihre Verbindung zum Feuer.
Danach dürfen die Teilnehmer die Kiva wieder betreten und ihre Gegenstände vom Altar entnehmen.

Themen der vier Tage und der vier Jahre
Die Wurzeln der Erde Zeremonie findet immer vier Jahre an einem Platz in einem Land statt.
Die vier Jahre und die vier Tage sind verschiedenen Themen gewidmet:
Im ersten Jahr und am ersten Tag sind die Gebete unserem Schöpfer, dem großen Geist gewidmet und all die geistigen Wesen werden eingeladen, mit uns für Mutter Erde zu beten.
Im zweiten Jahr und Tag werden unsere Familien im Blut und im Geiste gewürdigt, denn dort ist die Grundlage unserer Kraft und Lebensfreude.
Im dritten Jahr und Tag ehren wir unsere Ahnen und Freunde, denn sie begleiten und unterstützen uns. Im abschließenden vierten Jahr und Tag widmen wir unsere Gebete der Heilung unserer Mutter Erde und uns selbst, um Führung, Schutz, Freude und Gesundheit auf unserem Lebensweg zu erhalten.

Die Ältesten
Die Ältesten haben ihren Platz am Eingang zur Kiva. In der Zeremonie betreten sie die Kiva und wirken den Segen durch ihre Gebete und ihre Weisheit. Sie sind die Vertreter der verschiedenen Völker, Länder und Kontinente, welche durch die Begegnungen und gemeinsamen Gebete Brücken zwischen den Kulturen und Religionen bilden und Frieden schaffen. Die Ältesten verpflichten sich über die vier Jahre eines Zyklus in der Kiva, um die Zeremonie mit ihren Gebeten zu unterstützen und der Erde diesen Dienst zu erweisen. Im Laufe der vier Tage gibt es Zeiten, in denen sie ihre Weisheit und ihr Wissen weitergeben.

Die Teilnehmer
Jung oder Alt, alle sind willkommen. Alle helfen zusammen und tragen mit gemeinsamen Arbeiten dazu bei, dass alle bestens versorgt sind und wir alle mit dieser Zeremonie zu einer weltweiten Gemeinschaft zusammenwachsen.
Im gemeinsamen Wirken um die Kiva lernen wir uns näher kennen und erweitern die Familie der Wurzeln der Erde, schließen Freundschaften in aller Welt, die unser Herz mit Freude nähren.
Aktivitäten für Kinder sind in Planung (eine Kinderschwitzhütte, naturnahes Werken und Malen, Geschichten und mehr).

Trommel und Mondfrauen – Sonne und Mond
Teil der Zeremonie sind auch die Trommel und die Mondfrauen. Sie symbolisieren Sonne und Mond. Diese beiden Pole, links und rechts vom Eingang der Kiva platziert, halten die Balance und das Gleichgewicht der Zeremonie und unterstützen die Gebete der Ältesten.


Die Trommel als Herzschlag von Mutter Erde. Der Trommelrhythmus lässt die Lieder zu Vater Himmel aufsteigen. Die Trommel bildet den Rahmen der Zeremonie, sie ruft uns an der Kiva zusammen, eröffnet und beendet die Zeremonie. Älteste können sich mit Liedern ihrer Wahl in ihren Gebeten von der Trommel und den Sängern unterstützen lassen. Die Trommel strahlt die Energie nach außen, wie die Sonne.


Die Mondfrauen – Frauen in ihrer Menstruation – haben ebenfalls eine besondere Aufgabe in der Zeremonie. Sie halten die Verbindung zu Mutter Erde in der Zeremonie. Ihr kostbares Geschenk an Mutter Erde stärkt die Erdenmutter, schützt die Zeremonie und eröffnet ein starkes Kraftpotential. Die Mondfrauen zentrieren die Kraft nach Innen und halten den heiligen Raum. Durch die vertiefte Wahrnehmung und Anbindung in der Mondzeit sind die Gebete der Mondfrauen besonders kraftvoll und wirken einen großen Segen. Sie verkörpern die Kraft der Großmutter Mond.

Das heilige Feuer
Bei Sonnenaufgang des ersten Tages wird das Feuer am Schwitzhüttenplatz entzündet. Dies ist ein ganz besonderer heiliger Moment. Das Feuer wird mit Gebeten und vielen Liedern begrüßt. Die Anwesenden gehen zur ersten Reinigung in die Schwitzhütte.
Am Vormittag wird das Feuer vom Schwitzhüttenplatz in die Kiva getragen und somit die Kiva geweiht. Die Feuer brennen vier Tage und drei Nächte durchgehend in der Mitte der Kiva und am Schwitzhüttenplatz.

Die Schwitzhütte geht über vier Runden zu jedem Tag. Morgens finden die ersten zwei Runden statt und abends die dritte und vierte Runde. Damit spannt sich die reinigende Kraft der Hütte über den ganzen Tag. Alle Teilnehmer können sich dadurch mit der Zeremonie verbinden.

Der Hüter der Kiva
Der Hüter der Kiva öffnet den Raum für die Ältesten. Er achtet auf die vielen Details, die für eine gute Zeremonie so wichtig sind. Er trägt das Erbe und den Geist des Gründers und ersten Hüters dieser Zeremonie, von Reymundo Tigre Perez.